Gibt es ein Leben nach Whatsapp und Facebook?


Ich hatte über 450 «Freunde» auf Facebook. Alle meine Kollegen und Freunde haben Whatsapp. Was passiert wenn man diese Accounts einfach löscht?

Auf genau das lasse ich mich ein!

Vielleicht fragst Du Dich: «Warum macht er das bloss?». – Ehrlich gesagt, hätte ich nie gedacht, dass ich diesen Schritt machen werde. Doch lass mich hier meine Gründe hierfür erklären.

Anfang diesen Jahres (2021) hat Whatsapp neue Nutzungsbedingungen eingeführt. Darin steht, dass der Facebook Konzern die Whatsapp Metadaten mit anderen Diensten teilen möchte. Stimmt man diesen Bedingungen nicht zu, wird die Nutzung der App nicht mehr zugelassen. Das hat kontroverse Diskussionen in den Medien und in meinem Freundeskreis ausgelöst. Viele kehren Whatsapp den Rücken. Andere bleiben bei diesem Dienst. Seit 2017 überlegte ich mir schon von Whatsapp weg zu kommen. Nun nutze ich diesen Schwung aus.

Seit 3 Jahren ist mir Whatsapp ein kleiner Dorn im Auge weil die Nutzung per se nicht DSGVO konform ist. Installiert man die App auf dem Handy, werden sämtliche Einträge im Handy Adressbuch in die Whatsapp Cloud hochgeladen. Der Server Standort ist in den USA. Wenn ich also meine Telefonnummern und Namen meiner Freunde und Verwandte an dritte weitergebe, brauche ich die Einwilligung dieser Personen dafür. Davon sind nicht nur die Personen betroffen die auch Whatsapp nutzen, sondern alle die in meinem Adressbuch gespeichert sind.

Vorhin habe ich erwähnt, dass ich den Schwung ausnutze, dass sich einige Leute in meinem Umfeld auf andere Messenger verschieben. Bei dieser Gelegenheit überlegte ich mir welche Konsequenzen es haben könnte, wenn ich auch gleich meinen Facebook Account lösche. Heute ist der Tag an dem ich beide Konten gelöscht habe. Im Voraus versuchte ich bereits mein Handy öfter wegzulegen und nicht gleich bei jeder Benachrichtigung darauf zu schauen und bemerkte, dass es sich freier anfühlt.

Der Verzicht auf die Sozialen Netzwerke ist ein Zeitgewinn.

Die Sozialen Medien beeinflussen das eigene Verhalten stark. Viele Influenzer suggerieren uns dass man immer auf der Erfolgswelle reiten muss. Ich selber verbrachte viel Zeit mit diesen Medien. Am Abend vor dem ins Bett gehen noch schnell eine Halbe Stunde durch Facebook und Instagramm blättern. Vor dem Aufstehen noch schnell 20min im Bett die neusten Posts der Freunde durchschauen. Zwischendurch bleibt man bei der einen oder anderen Werbeanzeige hängen. So summiert sich die Zeit an dem 5 Zoll grossen Taschenkomputer (auch Smartphone genannt) über den Tag. Diese Zeit fehlt einem dann während dem Tag wo man eigentlich etwas für sich machen möchte. Also: Der Verzicht auf die sozialen Netzwerke ist ein Zeitgewinn. Weiter hat es auch mit meinem Thema der Digitalen Entrümpelung zu tun.

Fürs Erste entschied ich Instagram noch zu behalten. Der Grund ist, dass ich meine Leidenschaft Fotografie mit der Welt teilen möchte. Falls es eine coole Alternative gibt überlege ich mir den Wechsel.

Heute ist Tag 1 ohne Facebook und Whatsapp. Mal schauen was so bei mir passiert…